Die Rhetorik von Martin Luther King – Teil 1

 

Wenn wir an unseren Fähigkeiten als Redner arbeiten wollen, lohnt es sich auf die größten Redner der Geschichte zu blicken. Einer von ihnen ist unzweifelbar Martin Luther King. Bis heute ist seine berühmteste Rede aus dem Jahre 1963 mit der Phrase "I have a dream" Teil des Bewusstseins vieler Menschen. Doch was machte die Rhetorik von Martin Luther King so besonders?

 

 

Tipp #1: Identifikation
Martin Luther King nutzte häufig Anekdoten aus seinem Alltag. Mit diesen konnten sich seine Zuhörer identifizieren und so erhielt King Zugang zur Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Immer wieder verband King Geschichten aus seinem Alltag mit politischen und gesellschaftlichen Forderungen. Manchmal schaffte er es sogar abstrakte Inhalte, wie etwa einen Gesetzesentwurf durch alltägliche Bezüge greifbar und verständlich zu machen.

 

 

Tipp #2: Gemeinsamkeiten finden
Identifikation ist eng mit der Suche nach Gemeinsamkeiten verbunden. Doch das Herausstellen eines „Wir-Gefühls“ ist so wichtig, dass es definitiv für sich herausgestellt werden muss. Martin Luther King nutzte dieses Wir-Gefühl ständig und sprach nicht nur formal von „wir“ statt „man“ oder „ich“, sondern fand dieses Gefühl auch in Werten, Zielen, Einstellungen und Hoffnungen.

 

 

Tipp #3: Klarheit
Der Wortschatz von Kings Reden war immer auf einfache und klare Worte beschränkt. Er vermied es Worte zu nutzen, die nicht zum Sprachgebrauch seiner Zuhörer gehörten. Häufig ist sogar die Rede davon, dass Kings Wortschatz weniger als 1.000 Worte umfasste, zumindest in seinen öffentlichen Reden. Es steht außer Frage, dass sein persönlicher Wortschatz weitaus größer war, aber zu Gunsten der Klarheit verzichtete er immer auf Fach- und Fremdwörter.

 

 

Tipp #4: Struktur
Auch die Struktur von Kings Reden orientiert sich an einfachen und klaren Prinzipien. Häufig baute er seine Reden auf klassischen Zusammenhängen auf. So setzte er auf die Prinzipien von Ursache und Wirkung und Problem und Lösung und verließ sich auf chronologische Abläufe und „Wenn, dann“-Aussagen. Nicht selten startete er mit einer Geschichte aus der Vergangenheit, fand einen Bezug zur Gegenwart und nutzte beides für eine Vision der Zukunft.

 

(Bildquelle: StockPhotoSecrets - ID: ISS_1980_03624)